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Fuß
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Den Fuß bilden die Fußwurzelknochen inklusive des Sprung(Talus) - und Fersenbeines (Calcaneus) sowie fünf weitere Fußwurzelknochen (Tarsalen), Mittelfußknochen (Metatarsalen) und Zehen (Digiti).

Verletzungen des Fußes entstehen zumeist durch einen Sturz, durch direkte Gewalteinwirkung, z.B. Überrolltrauma, oder durch Verdrehmechanismen. Diese Verletzungen sind von besonderer Bedeutung, da der Fuß im Stehen das Gewicht des Menschen trägt. Zudem ist für ein flüssiges Gangbild ein koordinierter Abrollvorgang notwendig.

Fußwurzelknochen
Zu den häufigsten Verletzungen des Fußes gehören der Bruch von Sprungbein (Talus) und Fersenbein (Calcaneus). Beide Knochen sind von großer Bedeutung für Stabilität und Abrollvorgang, eine exakte Wiederherstellung ist notwendig. Auf einer Fläche von nur 2 cm2 trägt das Sprungbein das gesamte Körpergewicht bei jedem Schritt. Findet sich ein nicht verschobener Bruch des Sprungbeins, so ist eine nicht operative Therapie angezeigt, eine Entlastung des betroffenen Beines ist für 8 Wochen erforderlich. Hierzu erhält der Verletzte Krankengymnastik zum Erhalt der Beweglichkeit.

Eine Operative Therapie wird dann empfohlen, wenn es sich um einen verschobenen Bruch handelt oder etwa ein Knochensplitter im oberen Sprunggelenk liegt. Je nach Verletzung führen wir eine arthroskopisch gestützte oder offene Wiederherstellung durch. Um das Sprungbein zu erreichen, das stabil zwischen Innen- und Außenknöchel verborgen liegt, kann es unablässig sein, z.B. den Innenknöchel zu osteotomieren. Zur Stabilisierung des Knochens werden in der Regel Schrauben verwandt. Nach der Operation erfolgt zunächst eine Ruhigstellung im Gips. Eine frühzeitige Übungsbehandlung wird - wenn möglich - angestrebt. Die Entlastung des Beines ist wie bei der konservativen (s.o.) Behandlung für ca. 8 Wochen erforderlich.

Zumeist entstehen Brüche des Fersenbeines durch einen direkten Sturz auf den Knochen oder durch einen Verkehrsunfall. Das Fersenbein hat neben der bereits beschriebenen großen Belastung eine zentrale Rolle für die Form und Spannung des Fußgewölbes. Eine nicht exakte Rekonstruktion des Knochens kann daher zu ausgeprägten Beschwerden und Schmerzen bei jedem Schritt führen. In manchen Fällen kann auch eine Versteifung der angrenzenden Gelenke nötig sein (Arthodese). Eine exakte Wiederherstellung ist daher das Ziel.

Nicht verschobene Brüche werden einer konservativen, nicht operativen Therapie zugeführt. Nach einer Ruhigstellung im Gips wird in der Regel auf einen Rückfußentlastungsstiefel gewechselt, in dem eine gesteuerte Mehrbelastung im Verlauf möglich ist. Die Entlastung wird in Abhängigkeit der Bruchform, Lokalisation und Heilungstendenz für 8-12 Wochen empfohlen.

Eine operative Therapie führen wir bei verschobenen Brüchen durch. Hierzu verwenden wir spezielle Platten und Schrauben. Ein Problem der Operation kann die Wundheilungsstörung der Narbe sein, da oft nach einem erheblichen Trauma schon deutliche Weichteilschäden vorliegen. Die Entlastung wird wie bei der konservativen Therapie in Abhängigkeit der Bruchform, Lokalisation und Heilungstendenz für 8-12 Wochen empfohlen. Selten sind im späteren Verlauf orthopädische Schuhzurichtungen notwendig. Zu einer Materialentfernung wird in der Regele nicht geraten.

Die übrigen Fußwurzelknochen bilden den Übergang zwischen Sprung- und Fersenbein und dem Mittelfuß. Hierbei handelt sich um fünf kleine Knochen, die über vielfältigste Bänder miteinander verbunden sind. Verletzungen von Knochen sind daher zumeist auch von Bandschädigungen begleitet. Diese Verletzungen treten zumeist beim Vertreten des Fußes, bei Verkehrsunfällen oder durch einen Sturz auf. Diese Knochen sind ebenfalls an der Bildung des Fußgewölbes beteiligt. Eine Wiederherstellung ist daher wichtig. Die Empfehlung operativ vorzugehen geben wir bei groben Verschiebungen oder höhergradiger Zerstörung. Es kommen Drahtstifte, Schrauben oder Platten zum Einsatz. Besonderes Augenmerk wird dabei auf das Kahnbein und das Würfelbein gerichtet. Bis zur Knochenheilung (6-8 Wochen) ist eine Entlastung erforderlich. Eine Metallentfernung kommt nur ausnahmsweise infrage.

Mittelfuß
Auch Brüche der Mittelfußknochen sind zumeist Folge eines Sturzes, eines Vertretens oder direkter Gewalt. Hauptaugenmerk liegt hier auf dem ersten Mittelfußknochen, der ein Drittel der Körperlast trägt und der Basis des fünften, an der eine wichtige Sehne für die Umwendebewegung ansetzt.

Nicht verschobene Brüche aller Mittelfußknochen werden konservativ mit einer Gipssohle für 6 Wochen behandelt.

Handelt es sich jedoch um verschobene Brüche oder Brüche mit Gelenkbeteiligung so raten wir zu operativem Vorgehen. Zur Stabilisierung verwenden wir Platten, Schrauben und Drähte, selten auch äußere Festhalter (Fixateur externe). Die Entlastung ist hier ebenfalls für 6 Wochen notwendig. Eine Materialentfernung erfolgt je nach gewähltem Stabilisierungs-verfahren nach 6-12 Wochen.

Zehen
Brüche der Zehen, zumeist Folge von Quetschungen oder Anpralltraumen, werden in aller Regel konservativ mit einem Pflasterzügelverband behandelt. Eine Operationsnotwendigkeit besteht in der Regel nur, wenn das Großzehengrundgelenk im Grundgelenkbereich gebrochen ist, da über die Großzehe der Abrollvorgang des Fußes abläuft. Zur Stabilisierung verwenden wir Drähte und Schrauben.

Verrenkungen im Fußbereich (Luxation)
Verrenkung des Fußskelettes sind, mit Ausnahme der Zehenluxation, schwere Verletzungen. Eine umgehende Wiedereinrichtung des Gelenkes (meist in Narkose) ist notwendig. Eine Ruhigstellung wird für 6-8 Wochen empfohlen. Besteht auch nach Reposition keine stabile Gelenksituation, so ist eine vorübergehende operative Gelenkversteifung notwendig. In seltenen Fällen kann sogar eine bleibende Gelenkversteifung erforderlich sein. Hierzu verwenden wir Schrauben, Drähte, Nägel und äußere Festhalter (Fixateur externe). Eine Entlastung ist hier für 6-12 Wochen notwendig. Eine Metallentfernung wird in der Regel nur bei störendem Stabilisierungsmaterial empfohlen.


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